In der zweiten Verhandlungsrunde für einen neuen Entgelttarifvertrag zwischen dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e. V. (BDSI) und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) für die tarifgebundenen Beschäftigten der Süßwarenindustrie im Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen konnte keine Einigung erzielt werden. Die Arbeitgeber haben ein deutlich verbessertes Angebot vorgelegt, das die Gewerkschaft jedoch abgelehnt hat. Damit verhindert die NGG eine Lösung, die sowohl der wirtschaftlichen Lage der Betriebe als auch den berechtigten Interessen der Beschäftigten Rechnung getragen hätte.
Das verbesserte Angebot der Arbeitgeber nimmt die wirtschaftliche Lage der Branche ernst. Die deutschen Hersteller von Süßwaren und Knabberartikeln stehen unter einem enormen wirtschaftlichen Druck. Geopolitische Unsicherheiten, rasant gestiegene Energie- und Logistikkosten sowie unsichere Lieferketten belasten die Unternehmen erheblich. All das resultiert in einzelnen Betrieben bereits im Abbau von Mitarbeitenden.
Besonders die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die das Rückgrat der Süßwarenindustrie in Nordrhein-Westfalen bilden, geraten zunehmend unter Druck. Forderungen in der Höhe, an denen die NGG nach wie vor festhält, würden gerade diese Betriebe empfindlich treffen und ihre wirtschaftliche Substanz gefährden.
Die Eckpunkte des deutlich verbesserten Arbeitgeberangebots
- Laufzeit von 24 Monaten
- Erhöhung der Tarifentgelte um 1,9 % für alle Tarifgruppen und Auszubildenden ab 01.05.2026
- Erhöhung der Tarifentgelte um weitere 1,5 % für alle Tarifgruppen und Auszubildenden ab 01.05.2027
- Ab 01.05.2027 Stärkung der tariflichen Altersvorsorge für die Beschäftigten durch eine monatliche Erhöhung um 0,4 %
„Die NGG verhindert mit ihrer Haltung eine Lösung, die Wirtschaft und Beschäftigten gleichermaßen eine gute Zukunft ermöglichen würde. Besonders die kleinen und mittelständischen Betriebe, die unsere Branche prägen, geraten durch Forderungen dieser Größenordnung unter einen wirtschaftlichen Druck, den sie nicht tragen können. Wir erwarten von der NGG, dass sie ihre Verantwortung in der dritten Runde ernst nimmt und den Weg zu einem tragfähigen Abschluss freimacht“, sagt Dr. Mario Mundorf, tarifpolitischer Geschäftsführer des BDSI.
Der Termin für die dritte Verhandlungsrunde ist der 30.06.2026.
Zum Hintergrund
Der bestehende Entgelttarifvertrag für die Süßwarenindustrie in Nordrhein-Westfalen vom 14.11.2024 ist am 30.04.2026 ausgelaufen. Die Tarifgebiete der deutschen Süßwarenindustrie werden traditionell regional verhandelt; parallel laufen die Verhandlungen in weiteren Gebieten. Die Süßwarenindustrie beschäftigt bundesweit rund 60.000 Menschen in etwa 200 überwiegend mittelständischen Unternehmen und ist damit die viertgrößte Branche der deutschen Ernährungsindustrie.