Tarifverhandlung Süßwarenindustrie Berlin (West): Konstruktive erste Runde, Gespräche werden in zweiter Runde fortgesetzt

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Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e. V. (BDSI) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) haben am 18.06.2026 die erste Runde der Tarifverhandlungen für die tarifgebundenen Beschäftigten der Süßwarenindustrie im Tarifgebiet Berlin (West) geführt. Die Gespräche verliefen konstruktiv, eine Einigung war an diesem Tag aber noch nicht möglich. Beide Seiten setzen die Verhandlungen in einer zweiten Runde am 29.07.2026 fort.

Die Arbeitgeber legten ein verhandlungsfähiges erstes Angebot vor und verwiesen dabei auf die aktuelle Marktlage. Dass die gestiegenen Preise die Beschäftigten im Alltag belasten, nehmen die Arbeitgeber ernst. Dieser enorme wirtschaftliche Druck trifft jedoch auch die deutschen Hersteller von Süßwaren und Knabberartikeln: Geopolitische Herausforderungen, rasant gestiegene Energie- und Logistikkosten sowie unsichere Lieferketten belasten die Unternehmen erheblich. Hinzu kommen standortbedingte Belastungen für die Unternehmen wie Steuern, Arbeitskosten und Bürokratie. All diese Faktoren schwächen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe in Berlin (West).

Die Eckpunkte des Arbeitgeberangebots

•      lineare Erhöhung der Tarifentgelte zum 01.06.2026 um 2,0 % für alle Tarifgruppen und Auszubildenden 

•      weitere lineare Erhöhung der Tarifentgelte zum 01.06.2027 um 1,6 % für alle Tarifgruppen und Auszubildenden 

•      Laufzeit 24 Monate bis 31.05.2028

„Für einen Abschluss hat es heute noch nicht gereicht. Wir gehen jedoch mit Zuversicht in die zweite Verhandlungsrunde und wollen gemeinsam mit der NGG eine Lösung erreichen, die den Beschäftigten ebenso wie den Unternehmen gerecht wird und Zukunftssicherheit schafft“, sagt Dr. Mario Mundorf, tarifpolitischer Geschäftsführer des BDSI.

Zum Hintergrund

Der bestehende Entgelttarifvertrag für die Süßwarenindustrie in Berlin (West) ist am 31.05.2026 ausgelaufen. Die Tarifgebiete der deutschen Süßwarenindustrie werden traditionell regional verhandelt; die Verhandlungen in weiteren Gebieten laufen teilweise bereits parallel. Die Süßwarenindustrie beschäftigt bundesweit rund 60.000 Menschen in etwa 200 überwiegend mittelständischen Unternehmen und ist damit die viertgrößte Branche der deutschen Ernährungsindustrie.